Linsenträgerbrücke über den Stadtkanal
in Potsdam, 2000 -2001
Nichts lag näher und
war dem genius loci in jeder Weise angemessener, als bei der neuen
Ladenbergbrücke wieder das alte Lavessystem zu verwenden. Die damals letzte
Brücke am alten Stadt-Kanal wurde die erste am neuen.
Der ehemals vom Hannoverschen Oberhofarchitekten Friedrich Laves (1788 –
1864) propagierte Linsenträger macht auch konstruktiv besonders Sinn, denn
es musste eine möglichst leichte Lösung ohne Zwischenpfeiler gefunden
werden, die ohne große Vorkehrungen an den Widerlagern auskommt, d.h. dort
nur vertikale Lasten erzeugt und direkt auf die Kanalmauern aufgelegt werden
kann, bzw. später leicht zu versetzen wäre. Ein obenliegendes Tragwerk, etwa
ein Fischrücken-Träger, kam aus gestalterischen Gründen nicht in Frage, auch
kein Fischbauch-Träger. Ein einfacher Parallelbalken wäre denkbar gewesen,
aber wenig attraktiv. Er wäre trotz der relativ kurzen Spannweite ziemlich
plump geworden. Also könnte man sagen, es blieb nur der „aufgespreizte
Balken“, wie LAVES es nannte, weil dieser filigran und differenziert
gestaltet werden konnte. |